Ausstattung des Chors

Der Chorraum ist der Teil der Kirche, in dem sich der Hauptaltar und der Bereich für die Geistlichen befinden, im Mittelalter durch das Gestühl gekennzeichnet. Er ist nach Osten gerichtet und schließt, wie im Mittelalter üblich, vieleckig ab.

Ansicht des Chorraumes: Tumba im Vordergrund, dahinter der Hochaltar mit dem Grab des hl. Wendelin.

Chorraum
Chorraum

Deckenmalerei des Chores

Deckenmalerei des Chores mit 5/8-Abschluss. Der Gewölbestein des Chores zeigt den thronenden Gottvater.



Gottvater
Gottvater
Detail des Gewölbeansatzes im Chorraum
Detail des Gewölbeansatzes im Chorraum; Die florale Malerei seitlich der Rippen wurde 1829 von dem Maler Gumbsheimer ausgeführt

Standort der Osterkerze.

Sie ist Sinnbild des auferstandenen Christus. Bild fehlt!

Triumphkreuz


Triumphkreuz Vorderansicht
Triumphkreuz, Vorderansicht. Der Corpus ist aus dem 15. Jahrhundert .
Rückseite des Triumphkreuzes
Rückseite

Lesepult, Ambo

Der Unterteil bildet das Säulenfragment mit Kapitell aus dem 12. Jahrhundert, einem Vorgängerbau der Basilika. Das Stück wurde bei der letzten Kirchenrenovation gefunden.

Ambo, Lesepult
Lesepult, Ambo

Ewiges Licht

Ewiges Licht
Ewiges Licht
Details Ewiges Licht
Details Ewiges Licht

Chorgestühl

Es kam 1803 aus dem aufgelösten Dominikanerinnenkloster St. Katharina zu Trier in die Basilika nach St. Wendel. Entstanden ist das mit feinen Intarsien versehene Chorgestühl gegen 1770. Es befindet sich je eine Gestühlreihe an der Süd- bzw. Nordwand des Chorraumes.

Nordwand des Chores mit Sakristeitür
Südwand des Chores mit Sakristeitür
Südwand des Chores
Nordwand des Chores
Detailaufnahmen des Gestühls
Detailaufnahme des Gestühls

Kreuzweg

Der Kreuzweg hat 14 Stationen, auf jeder Chorseite je sieben. Die Stationen wurden 1896 von der Aachener Kunstschreinerei Brodmüller gefertigt.

Detailaufnahmen des Kreuzweges mit den 14 Stationen:

1. Jesus wird zum Tode verurteilt. 2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.
1. Jesus wird zum Tode verurteilt. 2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz. 4. Jesus begegnet seiner Mutter.
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz. 4. Jesus begegnet seiner Mutter.
5. Simon von Kyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. 6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch. 7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.
5. Simon von Kyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. 6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch. 7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen. 9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. 10. Jesus wird seiner Kleider beraubt.
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen. 9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. 10. Jesus wird seiner Kleider beraubt.
11. Jesus wird ans Kreuz geschlagen. 12. Jesus stirbt am Kreuz.
11. Jesus wird ans Kreuz geschlagen. 12. Jesus stirbt am Kreuz.
13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt. 14. Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt.
13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt. 14. Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt.
Detailsansicht
Detailsansicht
Detailsansicht
Detailsansicht

Die Kirchenmäuse

Die Mäuse wurden 1996 in der Nähe des Tabernakels installiert. Die "armen Kirchenmäuse" haben einen Ehrenplatz nahe ihrem Schöpfer und nahe des hl. Wendelin. Die Botschaft lautet: Gott liebt alle seine Geschöpfe, auch die kleinen und unscheinbaren.

Die Kirchenmäuse

Das Hochgrab

Darin steht die "Wendelslade", in der die Gebeine des hl. Wendelinus ruhen. Die beiden Längsseiten zeigen Blendarkaden mit den 12 Aposteln und stellen den hl. Wendelin somit in deren Nachfolge als Verkünder des Worts Jesu. Das Hochgrab wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts von der Nikolaus-Bruderschaft der regionalen Steinmetze geschaffen. Dieser Bruderschaft gehörten auch Hentze von St. Wendalin und Michel Stiege von St. Wendalin an. Die Pilger schritten bei der Wallfahrt von rechts unter dem Hochgrab hindurch. 

Hochgrab auf der Rückseite des Hochaltares: nördliche Längsseite mit den Aposteln: Matthäus, Bartholomäus, Matthias, Jacobus, Simeon und Petrus.

Der reich verzierte Auflagerpfeiler stützt das Hochgrab an er Chorwand. Sein Dekor zeigt oben Eichenlaub mit Eicheln und unten Weinranken mit Trauben.

Vergitterte Nische im Hochaltar. Die "Wendalinus-Lade" ist in rot-goldener Farbgestaltung an der Stirnseite erkennbar.

Die Tumba des hl. Wendelin, um 1370.

Die Tumba gilt als bestes Werk der Plastik des 14. Jahrhunderts im Saarland.

In der Kirmeswoche wird die Wendelslade aus dem Hochgrab genommen und auf die Tumba gestellt.

An den Längsseiten der Tumba sind wie beim Hochaltar die Apostel zu sehen, unter ihnen ist auch der hl. Wendelin dargestellt. Eine deutlich kleinere Gestalt, die vor dem hl. Wendelin kniet und eine Kerze hält, ist wahrscheinlich die Darstellung des Stifters der Tumba oder eines Pilgers.

An der Stirnseite zum Hochaltar sind die hl. Katharina und die hl. Maria Magdalena dargestellt.

Auf der Stirnseite zum Schiff findet sich eine Darstellung der hl. Dreifaltigkeit, flankiert von Maria und dem dem Jünger Johannes. Die hl. Dreifaltigkeit ist als "Gnadenstuhl" dargestellt: Gottvater, auf einer Steinbank sitzend, hält mit beiden Händen den gekreuzigten Sohn. Zwischen ihnen schwebt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube.

Ursprünglicher Standort der Tumba war die Magalenenkapelle in der Balduinstraße. 1802 kam sie von dort in die Basilika und diente zeitweise als Altartisch. Von 1924 bis 1980 verwahrte man in ihr die Gebeine des hl. Wendelinus. Seit 1980 dient sie wieder als Ausstellungstisch der Wendelslade.

Detailansichten:

Stirnseite mit Darstellung der hl. Dreifaltigkeit, flankiert von Maria und dem hl. Johannes, dem Jünger
Stirnseite mit Darstellung der hl. Dreifaltigkeit, flankiert von Maria und dem hl. Johannes, dem Jünger
Nordseite der Tumba. Figuren: kniende Stifterfigur mit Kerze,  hl. Wendelin, Andreas, Bartholomäus, Jacobus, Johannes, Petrus
Nordseite der Tumba. Figuren: kniende Stifterfigur mit Kerze, hl. Wendelin, Andreas, Bartholomäus, Jacobus, Johannes, Petrus
Östliche Stirnseite, Darstellung der hl. Katharina und die hl. Maria Magdalena
Östliche Stirnseite, Darstellung der hl. Katharina und die hl. Maria Magdalena
Südseite der Tumba. Figuren: Paulus, Matthias, Mathäus, Philippus, Thomas, Simon, Judas
Südseite der Tumba. Figuren: Paulus, Matthias, Mathäus, Philippus, Thomas, Simon, Judas
Gesamtansicht der Tumba
Gesamtansicht der Tumba
Gesamtansicht der Tumba
Gesamtansicht der Tumba

Die bronzene Deckplatte der Tumba wurde 1924 von dem Münchener Künstler Georg Busch geschaffen. Dargestellt ist der verstorbene Hl. Wendelin.

Grablegung Christi

Entstanden um 1480, gehört diese aus Ton geschaffene Gruppe zu den kunstvollsten Arbeiten ihrer Art überhaupt. Der Künstler und die Werkstatt sind leider unbekannt. Josef von Arimathäa (links) und Nikodemus (rechts) hüllen den Leichnam Christi in ein Grabtuch. In der Gruppe der frommen Frauen, die gekommen sind, um Jesus zu salben, steht die weinende Maria, gestützt von Johannes. Dehio beschreibt es treffend als „eine beachtliche Arbeit von beseelter Innerlichkeit“.

Tintinabulum (Glöckchen) und Conopeum (Seidener Schirm)

Tintinabulum (Glöckchen) und Conopeum (Seidener Schirm) sind Zeiches des Ranges der Kirche als Basilika. Papst Johannes XXIII. hat der Wendelinuskirche 1960 diesen Rang verliehen und sie damit als jahrhundertealten Wallfahrtsort ausgezeichnet.

Statue des hl. Wendelin

Sandstein, hl. Wendelin mit Abtsstab und Evangelium. Die Figur schmückte ursprünglich das Portal und wurde in den 1980er Jahren zu einem heiligen Wendalinus ergänzend restauriert.

Treppe zum Chorbereich; Steinrelief des Elias und Abels

Die Treppe wurde unter Wiederverwendung von Teilen der 1924 geschaffenen Kommunionbank gefertigt.

Der Prophet Elias
Der Prophet Elias
Abel mit den Opfergaben
Abel mit den Opfergaben

Pfeiler-Dienst im Chorraum mit Blattmaske, 14. Jh.


Oberer Teil der auf dem Dienst ruhenden Pfeilerbündel
Oberer Teil der auf dem Dienst ruhenden Pfeilerbündel

Dienst im Chorraum mit lautespielendem Engel

Dienst im Chorraum mit lautespielendem Engel

Betstuhl im Chorraum

Gotische Nische

Die Nische diente zur Aufbewahrung von Wein und Wasser zur Eucharistiefeier. Die Nische entstand 1465 und wurde von der Schuhmacherzunft gestiftet.

Seitentür von 1487

Im Türsturz befindet sich die Jahreszahl der Abbauung. Die zweite Ziffer ist als "halbe Acht", also vier dargestellt.

"Tür" zum Gänseturm in der Nordwestecke über dem Boden des Chorraumes

Die Tür befindet sich hoch über dem Kirchenboden und ist heute vom Chorraum nicht mehr zugänglich. Das Türblatt aus Holz zeigt Ornamente mit Abwehrzauber (Druidenfuß).