Die Magdalenen-Kapelle

Katasterplan von 1843: in der Mitte die Wendelinus-Basilika, südöstlich davon die Magdalenen-Kapelle

Manchen gilt die Magdalenen-Kapelle als ursprüngliche Pfarrkirche und Heiligtum des hl. Wendelin. Das Patrozinium Maria Magdalena verweist eindeutig auf Verdun, wo der Kult dieser Heiligen blühte. 1318 wird in einer Urkunde von der Kirchweihe und der Übertragung von Reliquien des hl. Wendelin gesprochen.

Nicht klar ist, ob diese aus einem Vorgängerbau der Kapelle oder der eigentlichen Pfarrkirche stammen. Die Befunde am Westwerk der Basilika und archäologische Beobachtungen legen nahe, dass die Magdalenen-Kapelle nur vorübergehend die Reliquien des hl. Wendelin barg und ein romanischer Vorgängerbau der Basilika das älteste Grabheiligtum und Pfarrzentrum darstellte. Jedenfalls war die Magdalenen-Kapelle der ursprüngliche Aufstellungsort der Wendelinus-Tumba. Mit der Französischen Revolution wurde die Magdalenen-Kapelle profanisiert, diente dann als Schulhaus und beherbergt heute das Wahlbüro eines Bundestagsabgeordneten, die Niederlassung eines Versicherungsmarklers, die Praxis eines Zahnarztes sowie im Untergeschoss eine Weinhandlung mit Lokal.

Katasterskizze, Ende 18. Jh., mit Grundriss der Kapelle
Gotisches Fenster der Magdalenen-Kapelle
Schlussstein eines der gotischen Gewölbe
Detail einer Sandsteinfigur eines hl. Bischofs